Rundbrief 2017

Wenn wir von unserer Angst befreit sind,
befreit unsere Präsenz automatisch andere.
                                       Nelson Mandela

 

Liebe Mitübende und Interessierte,

 

wieder geht ein bewegtes und in vielen Bereichen beunruhigendes  Jahr zu Ende. Angesichts des letzten Terroranschlages   beginnt sich immer mehr Angst breit zu machen und viele dieser Ängste werden noch geschürt. Es stellt sich nun die Frage, wie wir mit diesen durchaus berechtigten Ängsten  umgehen. Lassen wir uns von der Angstmache beeinflussen oder suchen wir Wege damit umzugehen? Aus diesem Grund wächst für viele Zen-Übende die Bedeutung der Zazen-Praxis. „Den Buddha-Weg ergründen, heißt sich selbst ergründen“ (Dogen). In der Übung des Sitzens in der Stille können wir unsere eigene Natur ergründen und dann vielleicht erkennen, was zu tun ist.  Jeff Shore betont in seinen Retreats immer wieder: „Tu, was getan werden muss“. 

 

In dem gemeinsamen Sitzen und in den Gesprächen danach bemüht sich unsere kleine Gemeinschaft den Raum dafür bereit zu halten.

Gerade auch bei den Zen-Do-Kai-Treffen, die dreimal jährlich stattfinden, bietet sich Gelegenheit dazu.

Auch die verschiedenen Lehrer, die wir zu uns einladen, bieten mit ihren Vorträgen Impulse an.

 

Die Retreats von Jeff Shore, die zweimal jährlich im Tannenhof nahe bei München stattfinden, bieten eine gute Gelegenheit, die Praxis zu vertiefen. 

 

Bei den wunderbaren Shakuhachi-Konzerten von Renkei Hashimoto Sensei geht es um existentielle Themen wie Tod und Leben.

 

Unser jährlicher Wandertag führte uns 2016 an den Ammersee. Wir sind entspannt und plaudernd auf dem Ammerseeer Höhenweg von Schondorf nach Utting gelaufen. Das Wetter war uns nicht so gnädig, aber das gemeinsame Gehen und Essen hat uns näher gebracht.

 

Im Mai war Yesche Udo Regel bei uns und hielt einen sehr berührenden Vortrag über Leerheit und Mitgefühl“.

 

Richard Stiegler versuchte im Juni zum Thema „Sein und Tun – Die Kunst im Einklang zu handeln“ den Unterschied zwischen spiritueller Verwirklichung und spiritueller Verkörperung aufzuzeigen und auf zentrale Grundhaltungen einzugehen, die ein spirituelles Leben im Alltag ausmachen und die unser Menschsein verwandeln können.

 

Der Vortrag „Dogens Shobogenzo heute“ sowie das Kurzretreat von Brad Warner waren sehr gut besucht. Auch 2017 wird Brad Warner wieder einen Vortrag bei uns halten und ein eintägiges Kurzretreat anbieten. Außerdem besteht die Möglichkeit im Domicilium in Weyarn an einem Sesshin teilzunehmen.

 

Im Dezember konnten wir wieder Paul Shepherd bei uns begrüßen; er sprach über das Thema „Zen und die Zukunft der Religion“. Er hat sein Kommen für 2017 zugesagt.

 

Besonders freue ich mich, dass Genpo Christoph Hahn  sich bereit erklärt hat, 2017 einen Vortrag über Dogen bei uns zu halten. Er hat im Herbst 2016 die Dharma-Übertragung von Furusaka Roshi, einem Dharma-Bruder von Nakagawa Roshi, erhalten. Einige kennen ihn auch aus Eisenbuch, wo er viele Jahre Seminare zu verschiedenen Themen gehalten hat.

 

Erneut möchte ich auf unsere Übungswochenenden hinweisen; sie bieten eine gute Möglichkeit zum intensiveren und gemeinsamen Sitzen.

 

Wir danken allen Mitübenden und den Lehrern für ihre Unterstützung und wünschen ein gutes und friedvolles Jahr. Möge unsere Übung ein wenig für den Frieden in der Welt beitragen.

 

Gassho
Für den Vorstand
Ursula