Rundbrief 2017

Die Wunde ist der Ort, an dem das Licht in dich eintritt.

                                                        Dschelal ed-Din Rumi

Liebe Mitübende und Interessierte,

in diesem Vers von Rumi schwingt viel mit von der Unerklärbarkeit der Wirklichkeit. Rumi war ein Sufi-Poet und doch klingt er wie ein Koan. Die Sufis halten aber nicht so viel vom Zen, er ist ihnen zu sanft. Das erscheint uns seltsam, haben wir doch häufig genug mit den Anfechtungen beim Sitzen zu kämpfen. Gedanken, die uns ablenken, Schmerzen, die uns umtreiben. Eine ausführliche Anleitung zum Zazen findet ihr auf der Website von Jeff Shore

https://beingwithoutself.files.wordpress.com/201 5/05/spring-2015-retreat-lectures.pdf

 

Es handelt sich um das klassische ZazenManual „How to meditate“. Hier wird im Detail alles beschrieben, was beim Zazen zu beachten ist. Es lässt sich immer wieder zu Rate ziehen und ermöglicht, neue Erfahrungen zu vertiefen.

In dem gemeinsamen Sitzen an unseren Übungstagen und in den Gesprächen danach gibt es Gelegenheit Fragen zu stellen und Erfahrungen auszutauschen. Auch bei den ZenDo-Kai-Treffen, die dreimal jährlich stattfinden, bietet sich ausführlich Gelegenheit dazu.

Auch die verschiedenen Lehrer, die wir zu uns einladen, bieten mit ihren Vorträgen Impulse an.

Die Retreats von Jeff Shore, die zweimal jährlich im Domicilium in Weyarn stattfinden, bieten eine gute Gelegenheit, die Praxis zu vertiefen. Sie werden von einigen Zen-Do-Kai Mitgliedern regelmäßig besucht. Nähere Infos findet ihr auf seiner Homepage (s.o.). 


Ebenso besteht im Zen Zentrum Eisenbuch

https://www.eisenbuch.de/zentrum/

die Möglichkeit die Praxis zu vertiefen.

In diesem Jahr fanden viele Veranstaltungen in unserem Übungsraum. Es gab:

 Zwei Kurz-Sesshins im März und im Oktober mit Genpo Christoph Hahn. Außerdem hielt er zwei Vorträge im Mai und September. (Dogen „Wie kann man das Nicht-Denken denken?“ und „Ich sage nicht lebendig, ich sage nicht tot“). Genpo erhielt die Dharmaübertragung durch Furusaka Roshi 2016

 Zwei Shakuhachi-Konzerte von Renkei Hashimoto Sensei im April und Dezember. Renkei erhielt 2008 die Initiation in das geheimnisvolle Prinzip der Fuke-ShakuhachiSchule.

 Einen Vortrag zum Herzsutra "Form ist Leerheit" und ein Kurz-Sesshin im Juni mit Brad Warner. Brad ist Zen-Meister, ordiniert in der SōtōSchule von Gudō Wafu Nishijima. Außerdem schreibt er Bücher, ist Musiker und Blogger.

 Zwei Vorträge im August und September von Fumon Nagakawa Roshi („Sehnsucht“ und „Heimat“). Fumon Roshi ist Soto-Zenmeister und Abt des Klosters Daihi Shobozan Kosho Fumonji in Eisenbuch, Landkreis Altötting

Unser jährlicher Wandertag führte uns im Juli auf dem Biberweg vom Kloster Fürstenfeld nach Schöngeising.

Erneut möchte ich auf unsere Übungswochenenden hinweisen; sie bieten eine gute Möglichkeit zum intensiveren, gemeinsamen Sitzen.

Wir danken allen Mitübenden und den Lehrern für ihre Unterstützung und wünschen ein gutes und friedvolles Jahr. Möge unsere Übung ein wenig für den Frieden in der Welt beitragen.

Gassho Für den Vorstand Ursula